Kernpunkte
- Die Fahrt von Norddeutschland nach Südnorwegen kostet über Land ein bis zwei Tage.
- Eine kurze Fährüberfahrt von Norddänemark nach Südnorwegen dauert nur wenige Stunden.
- Wohnmobile werden auf Fähren nach Länge und Höhe eingestuft und sind teurer als Pkw.
- Der Landweg spart das Fährticket, kostet aber Kraftstoff, Maut, Übernachtungen und Reisetage.
- Für Nord-Skandinavien ändert sich die Kalkulation: Hier ist die lange Fahrt durch Schweden oft die beste Option.
Bei der Planung einer Skandinavienreise wird die Anfahrt oft stiefmütterlich behandelt. Dabei entscheidet sie, wie viel Urlaubszeit dir am Ende bleibt.
Denn die Fahrt ist kein Detail. Von Norddeutschland nach Südnorwegen bist du mit dem Wohnmobil ein bis zwei Tage unterwegs – pro Strecke. Bei einem zweiwöchigen Urlaub geht so schnell ein Viertel der Zeit nur für die An- und Abreise drauf.
Die zwei Routen
Auf dem Landweg fährst du durch Dänemark und dann über die Öresundbrücke nach Schweden und weiter nach Norwegen. Alternativ gibt es kurze Fährverbindungen von Norddänemark.
Auf dem Seeweg nimmst du eine längere Fähre ab Deutschland (z.B. Kiel, Travemünde) und überspringst einen Großteil der Fahrt. Beide Optionen haben ihre eigene Kostenrechnung, die für jede Reise anders ausfällt.
Die wahren Kosten des Landwegs
Kein Fährticket, also günstiger – die gängige Annahme. Aber rechne zusammen: Kraftstoff, Brückenmaut, ein bis zwei Übernachtungen und vor allem die verlorenen Urlaubstage.
Andererseits: Die Stellplatz-Infrastruktur in Dänemark ist gut, wenn auch nicht ganz so dicht wie in Deutschland. Wenn du die Anreise als Teil des Urlaubs siehst und deine Stopps bewusst wählst, kann der Weg zum Ziel werden.
Eine Übernachtung auf einem Autobahnparkplatz zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ bringt dir jedoch keinen Mehrwert.
Die Kosten der Fähre
Die kurzen Überfahrten von Norddänemark (z.B. Hirtshals nach Kristiansand) dauern nur wenige Stunden. Längere Routen, etwa von Kiel nach Göteborg oder Oslo, sparen dir deutlich mehr Kilometer, sind aber teurer.
Zwei wichtige Punkte: Erstens, Wohnmobile werden fast immer nach Länge und Höhe in eine teurere Kategorie als Pkw eingestuft. Zweitens, rechne für eine Hin- und Rückfahrt mit zwei Personen und einem Kastenwagen oder Teilintegrierten schnell mit mehreren hundert Euro.
Dafür gewinnst du eine Nacht, sparst viele Kilometer und kommst ausgeruht an, statt nach zwei Tagen Fahrt.
Was wann sinnvoll ist
Kurze Reise, zwei Wochen oder weniger. Nimm die Fähre, zumindest für die Hinfahrt. Zwei gewonnene Reisetage sind hier mehr wert als die Ersparnis beim Ticket.
Längere Reise, drei Wochen oder mehr. Der Landweg wird attraktiver. Die Reisetage fallen weniger ins Gewicht und du kannst Dänemark oder Südschweden sinnvoll in deine Route integrieren.
Nordnorwegen oder Lofoten. Hier gelten andere Regeln. Die Entfernungen sind so gewaltig, dass eine lange Anfahrt unvermeidlich ist. Die Route durch Schweden ist dann oft die logischste Wahl – schneller und geradliniger als die norwegische Küstenstraße.
Schweden oder Dänemark als Hauptziel. Hier ist der Landweg fast immer die Antwort. Du bist ja schon da, sobald du die deutsche Grenze überquert hast.
Die oft übersehene Kombination
Hin mit der Fähre, zurück über Land. Oder umgekehrt.
So startest du schnell und erholt an deinem Ziel und nutzt den Rückweg, um Südschweden oder Dänemark zu erkunden, ohne dass es zusätzliche Reisetage kostet – du musstest ja ohnehin in diese Richtung. Für viele Reisen ist das die beste Mischung und halbiert die Fährticket-Kosten.
Die Brücken, die niemand einrechnet
Wer den Landweg nach Schweden wählt, überquert die mautpflichtige Storebæltbrücke (Großer Belt) und Öresundbrücke. Dieser Kostenpunkt wird oft vergessen, verändert aber die Rechnung. Entscheidend ist die Länge deines Wohnmobils, nicht das Gewicht. Fahrzeuge über 6 Meter zahlen deutlich mehr als ein Pkw.
Hin und zurück summiert sich das zu einem Betrag, der einen erheblichen Teil eines Fährtickets ausmachen kann. Für beide Brücken gibt es Rabattverträge (z.B. ØresundGO), die du online abschließen und nach der Reise kündigen kannst. Rechne das durch, bevor du den Landweg für günstiger erklärst. Bei einer kurzen Reise ist der Preisunterschied zur Fähre oft geringer als gedacht.
Was du frühzeitig erledigen solltest
Die Preise für Fährüberfahrten in der Hauptsaison steigen schnell an. Besonders die begehrten Abfahrtszeiten für längere Fahrzeuge sind früh ausgebucht. Wer im Juli fahren will und erst im Mai bucht, zahlt den Höchstpreis oder muss ungünstige Zeiten in Kauf nehmen.
Das ist die Krux bei dieser Entscheidung: Du musst sie früh treffen, oft bevor deine Route im Detail feststeht. Dabei bestimmt genau diese Route – wie weit nördlich, wie viele Tage, welche Richtung zurück – welche Option für dich die logischste ist.
Häufige Fragen
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Mitgründer von Camproads